April 2013: … und raus bist Du!

April 2013: … und raus bist Du!

29. Mai 2026

… und raus bist Du! Wer kennt nicht den Reim in unzähligen Kinderspielen, in denen es darum geht, als Letzter übrig zu bleiben und damit das Spiel zu gewinnen.

Ähnlich sieht es im Ballungsraum München auf dem Immobilienmarkt aus. Finanz- und Staatsschuldenkrise, Währungsunsicherheiten, Niedrigzinsniveau und Angst vor Inflation führen dazu, dass viele Eigentümer von Immobilien trotz hoher Erlöserwartungen nicht bereit sind, ihr Haus oder ihre Wohnung zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu verkaufen. „Was soll ich mit dem Geld denn dann anfangen?“ fragen sich viele und drücken damit ihre Sorge um den Bestand des Geldes aus.

Auf der anderen Seite haben die Menschen insbesondere in München in den letzten Jahren gerade trotz dieser Krisen gut verdient und möchten Geld in Beständigkeit und damit in Steine anlegen. Darüber hinaus ist die Erbengeneration am Zuge, die nicht selten in einem gut gefüllten Nachlasstopf Trost über den Verlust eines Verwandten findet, diesen gerne zum Teil in Immobilien anlegen möchten und finanziell in der Lage ist, relativ hohes Eigenkapital nachzuweisen.

Dies führt zu der momentanen Situation, dass einem überschaubaren Angebot am Immobilienmarkt hohe Nachfrage gegenüber steht. Die Kaufinteressenten sind dabei gewillt, in guten bis sehr guten Lagen tief in die Tasche zu greifen und Kaufpreise zu bezahlen, die noch vor kurzem als unrealistisch und nicht erzielbar eingeschätzt worden wären. Einen Überblick über die aktuelle Entwicklung der Immobilienpreise bei Verkauf und Vermietung in München geben wir Ihnen in unserer nächsten Ausgabe.

Bei Besichtigungsterminen attraktiver Immobilien in guten Lagen kommen innerhalb einer Woche mittlerweile bis zu 40 Interessenten, so Anna Maria Grohmann-Velchev von ProEigentum Immobilien in München-Bogenhausen. Viele dieser Kaufinteressenten haben bereits vorher mehrfach versucht, ihr Geld in Immobilien anzulegen, ohne den Zuschlag erhalten zu haben. Bei einigen hält bereits erheblicher Frust Einzug. Etliche Kaufwillige bringen daher bereits zum ersten Besichtigungstermin Finanzierungsbestätigungen ihrer Bank und Nachweise über das frei verfügbare Eigenkapital mit. Nicht selten liegen innerhalb von fünf Tagen eine ganze Reihe verbindlicher Kaufangebote vor, aus denen der Käufer nun auswählen kann. Abschläge vom inserierten Kaufpreis erfolgen nun noch, sofern sich die ursprünglichen Kaufpreisvorstellungen des Verkäufers zu deutlich über der aktuellen Marktobergrenze befanden.

Letztlich wird der Verkäufer oder der von ihm beauftragte Makler denjenigen dieser Kaufinteressenten auswählen, der sich in Hinblick auf Preisnachlass, vorzeitigem Zeitpunkt der Übergabe des Objekts, Zugeständnisse sonstiger Art etc. am zurückhaltendsten zeigt und am sympathischsten wirkt. Die sogenannten „weichen“ Faktoren sind es also letztendlich, die heutzutage nicht selten den Unterschied zwischen der Freunde über den gelungenen Erwerb einer Immobilie und dem Spruch „…….. und raus bist Du!“ bedeuten.

Diejenigen unter den Eigentümern einer Immobilie, die trotz dieser für Verkäufer wahrlich fantastischen Marktsituation Bauchschmerzen haben, den Verkauf ihres Objekts ernsthaft in Erwägung zu ziehen, sei unser übernächster Newsletter, der im Juni erscheinen wird, ans Herz gelegt. Wir stellen dann den Verkauf gegen Nießbrauch und andere Formen des Verkaufs einer Immobilie vor, bei denen der Verkäufer entweder für einen vertraglich vereinbarten festen Zeitraum oder aber bis zu seinem Tod gegen Anrechnung dieser Zeit auf den Kaufpreis weiterhin im Objekt wohnt und zusätzlich einen entsprechend niedrigeren Kaufpreis in bar erhält. In Zeiten, in denen ältere Menschen immer öfter auch im Alter noch ein bis zwei Jobs ausüben müssen, weil die Rente nicht reicht, dürften diese Modelle, die die Stärkung der Liquidität des Verkäufers bei gleichzeitiger Beibehaltung seines angestammten Wohnraums zum Ziel haben, immer interessanter werden.

Author:

Oliver Grohmann-Velchev
MBA | Geschäftsführer, Rechtsanwalt

+49 89 930 83 88 10

+49 172 96 87 834

O.Grohmann@ProEigentum.de

ProEigentum Immobilien GmbH