
Mietpreisbremse – für uns von IN ImmoNews das Unwort des Immobilienjahres 2013. Nach der SPD springt nun auch noch die CDU, wenn auch halbherzig und wahltaktisch motiviert, auf den Wagen auf, der die Mietrenditen weiter stagnieren oder fallen lassen wird. Nicht genug, dass die Mieterhöhungsbremse bei bestehenden Mietverträgen bereits zum Mai 2013 eingeführt wurde – nein, nun soll auch noch die in unserem Rechtssystem stark verankerte Privatautonomie, also die allgemeine Vertragsfreiheit, beim Abschluss neuer Mietverträge ausgehebelt bzw. eingeschränkt werden.
Natürlich verpflichtet Eigentum im Rahmen der Sozialbindung. Natürlich sehen auch wir, dass es für einen immer größer werdenden Personenkreis unserer Gesellschaft, insbesondere für mehrköpfige Familien in Ballungsgebieten, immer schwieriger wird, noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auf der anderen Seite sind gerade durch die erfolgreichen Verhandlungen der Gewerkschaften in den letzten 24 Monaten die Löhne und Gehälter teils signifikant gestiegen und werden angesichts durchaus rosiger Konjunkturaussichten in Deutschland auch weiter steigen.
Eingriffe in die Vertragsfreiheit bei Neuvermietungen führen zu einem bald vollständig regulierten Mietmarkt, der dann dadurch gekennzeichnet ist, dass sich aber alle anderen Marktteilnehmer unregulierter Freiheit erfreuen. Oder haben Sie davon gehört, dass nun auch die Preise für Handwerkerleistungen bei den Gewerken Gas, Wasser, Heizung, Dachdeckerei, Spenglerei, Raumausstattung, Bodenleger, Maler etc. reguliert werden sollen? Nein, natürlich nicht! Dies führt aber in kürzester Zeit dazu, dass regulierte Mieteinnahmen einerseits und den Marktgesetzen unterliegende Erhaltungs- und Instandsetzungskosten andererseits nicht mehr in der für die grundsätzliche Gewinnerzielungsabsicht des Vermieters erforderlichen Balance sind. Neben dem derzeit hochpreisigen Einkauf von Immobilien drücken also stets steigende laufende Erhaltungskosten. Es ist zu befürchten, dass Inverstoren immer häufiger den schmaler werdenden Mietrenditen den Rücken zukehren und in den wieder wachsenden Aktienmarkt investieren. Dies führt dann schnell zu einer spürbaren Stagnation im Wohnungsbau, was wiederum den ohnehin schon hohen Druck auf dem Mietwohnungsmarkt noch weiter erhöhen wird. Damit ist dann auch finanzschwächeren Familien sicherlich nicht geholfen. Im Gegenteil – die Situation verschärft sich für sie noch.
Wir werden nach der Bundestagswahl sehen, ob die Mietpreisbremse bei Neuvermietungen letztlich kommt und ggf. mit welchen Höchstgrenzen. Grundsätzlich würden wir es lieber sehen, dass der Markt die Mietpreise bestimmt und nicht ein Gesetz.
Und nun wie immer viel Freude beim Lesen der sicherlich wieder interessanten Beiträge in unserem Newsletter. Besonders möchten wir auf unseren aktuellen Gästebeitrag der Fa. Weitzer Parkett hinweisen.
