Viele Paare entscheiden sich heute dafür, gemeinsam ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, ohne verheiratet zu sein. Solange die Beziehung besteht, spielt das oft kaum eine Rolle. Kommt es jedoch zur Trennung, zeigt sich schnell, dass für unverheiratete Eigentümer andere Rahmenbedingungen gelten als für Ehepaare. Eine automatische Vermögensaufteilung gibt es nicht. Um finanzielle Nachteile und langwierige Konflikte zu vermeiden, sollten beide Seiten deshalb frühzeitig klären, welche Rechte bestehen und welche Lösung zur gemeinsamen Immobilie am besten passt.
Immobilienbesitz ohne Ehe: Was passiert bei einer Trennung?
Zu Beginn ist entscheidend, wer im Grundbuch als Eigentümer vermerkt ist und in welchem Verhältnis die Anteile stehen. Diese Eintragung regelt die Besitzverhältnisse, unabhängig davon, wer während der Partnerschaft wie viel zur Finanzierung oder Renovierung beigetragen hat. Auch laufende Kredite bleiben nach einer Trennung unverändert. Gegenüber der Bank haften die Parteien weiterhin gemäß den Vereinbarungen im Kreditvertrag.
„Zusätzliche Vereinbarungen, wie ein Partnerschaftsvertrag oder schriftliche Festlegungen über eingebrachtes Kapital, können die Klärung erleichtern“, erklärt Oliver Grohmann-Velchev, Geschäftsführer von Proeigentum Immobilien GmbH. Fehlen solche Regelungen, ist es ratsam, mögliche Ansprüche sorgfältig zu prüfen. Gerade bei unterschiedlichen finanziellen Beiträgen kann eine rechtliche Beratung hilfreich sein, fügt er hinzu.
Übernahme oder Veräußerung: Welche Option ist sinnvoll?
Wenn einer der Partner in der Immobilie verbleiben möchte, kann er den Anteil des anderen übernehmen und diesen auszahlen. Dafür ist eine realistische Bewertung der Immobilie notwendig, oft auch die Zustimmung der finanzierenden Bank. Eine Übertragung des Eigentums führt nicht automatisch dazu, dass der ausscheidende Partner aus dem Darlehensvertrag entlassen wird.
Ist eine Übernahme nicht möglich oder von beiden Seiten nicht gewünscht, kommt häufig ein Verkauf in Betracht. Der Erlös wird nach Abzug der bestehenden Schulden entsprechend der Eigentumsanteile aufgeteilt. „Ein marktgerechter Preis und eine gut durchdachte Vermarktung sind entscheidend für eine klare finanzielle Abwicklung“, betont Immobilienwirtin Anna Maria Grohmann-Velchev von Proeigentum Immobilien GmbH.
Konflikte minimieren und eine tragfähige Lösung finden
Je sachlicher beide Parteien die Situation angehen, desto größer ist die Chance auf eine schnelle und gerechte Lösung. Es ist hilfreich, zunächst den aktuellen Marktwert, die Restschuld und mögliche Nebenkosten transparent zu erfassen. Auf dieser Grundlage können Übernahme und Verkauf objektiv verglichen werden.
Ein neutraler Immobilienmakler kann helfen, emotionale Diskussionen von wirtschaftlichen Fakten zu trennen. „Eine unabhängige Bewertung und ein klar strukturierter Verkaufsprozess reduzieren Unsicherheiten und machen Entscheidungen nachvollziehbar“, erklärt Oliver Grohmann-Velchev. So entsteht eine Entscheidungsbasis, die beiden Eigentümern gerecht wird und unnötige Konflikte vermeidet.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
Foto: © Wordliner/Bild erstellt mit OpenAI’s ChatGPT
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